Die Stiftskirche "St. Peter und Johannes der Täufer"

Die Stiftskirche St. Peter und St. Johannes der Täufer gehörte ursprünglich zum Kloster der Augustinerchorherren, das jedoch 1803 im Rahmen der Säkularisierung aufgehoben wurde. Seither dient die Stiftskirche als Pfarrkirche, während die ehemaligen Klostergebäude zusammen mit dem Keuzgang 1810 in den Besitz des Hauses Wittelsbach übergingen, das die Räumlichkeiten bis heute als Schloss nutzt. Teile der Anlage können jedoch mit Führung besichtigt werden.

Der in seinem Ursprung romanische Kirchenbau, eine dreischiffige Pfeilerbasilika, aus dem 12. Jahrhundert - Mitte des 13. Jahrhunderts um einen Kreuzgang, sowie eine Vorhalle und die zwei Türme erweitert - wurde im Lauf der folgenden Jahrhunderte gotisch überbaut.

Aus der ersten gotischen Umbauphase stammt der einschiffige, frühgotische Chor, der Ende des 13. Jahrhunderts unter Propst Johann I Sachs von Sachsenau anstelle des alten errichtet wurde. Propst Bernhard Leoprechtinger und sein Nachfolger Erasmus Pretschlaipfer ließen Mitte des 15. Jahrhunderts die Wände der Seitenschiffe erhöhen und mit größeren Fenstern versehen. Unter Propst Gregor Rainer (Anfang 16.Jh.) erfolgte der Neubau der Sakristei.

Von der ursprünglichen romanischen bzw. gotischen Gestalt hat sich wenig original erhalten. Blitzeinschläge zerstörten 1596 den Südturm, 1819 den Nordturm, so dass sie 1864-66 neoromanisch wieder errichtet wurden.
An- und Umbauten am Klostertrakt, die zum Zumauern einiger Fenster führten, veränderten die Lichtführung im Chor und im Langhaus wesentlich.

In den folgenden Jahrhunderten war es aber nicht die Barockzeit, die weitere einschneidende bauliche Veränderungen im Inneren der Kirche hervorbrachte, sondern erst das 19. Jahrhundert mit zahlreichen baulichen Umgestaltungen.
Aus dem gotischen Inventar hat sich lediglich das Chorgestühl erhalten. Die Altäre datieren aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Der marmorne Hochaltar aus den Jahren 1663-69 wurde von Bartholomäus von Opstall geschaffen und erinnert in seiner Gestaltung an den des Salzburger Doms. Das Altarbild mit der Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel schuf der spätere Wiener Hofmaler Johann Spillenberger 1665. Ihn ziert an den hohen Festtagen ein silbernes Antependium des Augsburger Meisters Franz Thaddäus Lang aus dem Jahr 1735, von dem auch der Rokoko-Altaraufsatz mit Silbertabernakel stammt. Der Tabernakel wird flankiert von Johannes dem Täufer und dem Hl. Petrus (links), sowie dem Hl. Augustinus und dem Hl. Paulus (rechts).

Die beiden Seitenaltäre des Langhauses, 1657 und 1666 errichtet, sind dem Hl. Sebastian (links; Altar der Rosenkranz- und der Sebastiansbruderschaft; Altarbild: Stiftung des Rosenkranzes) und dem Hl. Augustinus geweiht (Ordenspatron der Chorherren; Altarbild: "Tolle, lege!"- "Nimm und lies!").

Im Chor befinden sich seit der letzten Renovierung (1995-98) wieder die im Zug der Umgestaltung der 1960er Jahre entfernten Seitenaltäre des Hl. Stefanus (links) und des Hl. Johannes auf Patmos. Die beiden vom Münchener Hofmaler Johannes Zick 1742 geschaffen Altarblätter verweisen in ihren Darstellungen auf den Hochaltar und bilden eine theologische Einheit.

Besondere Erwähnung verdienen die Grabmäler der Pröpste, die vom 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts reichen.

Durch die letzte Innenrenovierung wurde auch der Chorraum neu gestaltet und einige "unglückliche" Eingriffe der vorangegangenen Umgestaltung (1963-65) wieder behoben. Die heutige Gestalt stellt einen durchaus gelungenen Versuch dar, die gegebene historische Struktur den liturgischen Bedürfnissen unserer Tage anzupassen, ohne dem Kirchenraum allzu große Gewalt anzutun.

Marmorner Hochaltar von Bartholomäus von Opstall, 1163-69

Marmorner Hochaltar von Bartholomäus von Opstall, 1163-69

Während des Hochamts zur Auferstehung Christi

Während des Hochamts zur Auferstehung Christi

Bild der Taufe Jesu am Hochaltar

Bild der Taufe Jesu am Hochaltar

Altarbild: Aufnahme Mariens in den Himmel, Johann Spillenberger, 1665

Altarbild: Aufnahme Mariens in den Himmel, Johann Spillenberger, 1665

Seitenaltar links

Seitenaltar links

Romanisches Weihwasserkesselchen aus dem 12. Jahrhundert aus Bronze

Romanisches Weihwasserkesselchen, Bronze, 12. Jahrhundert



Altarraum Die gotischen Kirchtürme Die Stiftskirche am Schlossplatz in Berchtesgaden
Festlich geschmückter Altarraum an Weihnachten Altarraum Das gotische Kreuzdeckengewölbe Blick auf Stifts- und Pfarrkirche vom Soleleitungssteg aus Christkindlmarkt in der Adventszeit vor der Stiftskirche Festlich geschmückter Altarraum Blick hinunter während eines Hochamts Das Eingangsportal Festzelte anlässlich des Kirchentages Das Fastentuch

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